Das Bauernmuseum Bamberger Land

Treffpunkt für Volkskultur und Heimatpflege

Jahresbericht des Bauernmuseums Bamberger Land 2021

 2021 war für das Bauernmuseum Bamberger Land- wie für viele andere museale und touristische Einrichtungen- kein einfaches Jahr. Dennoch präsentiert sich der Rückblick auf das zweite Pandemiejahr positiv.

Die diesjährige Sonderausstellung „Utopie Landwirtschaft“ konnte aufgrund coronabedingter Schließzeiten zwar nicht in voller Laufzeit gezeigt werden, fand aber sehr positive Resonanzen bei den Besuchern. Themenbereiche der Ausstellung wie die Ernährung von morgen und die digitalisierte Landwirtschaft 4.0. widmeten sich aktuellen und dringenden Fragen unserer heutigen Zeit.

Neben der Sonderausstellung war der Garten des Museums ein weiterer Anziehungspunkt für unsere Besucher. Der Vorgarten wurde neu angelegt und mit Gartenblumen bepflanzt, die in den 1920er Jahren beliebt waren. Im Hausgarten stand als Getreide die Gerste im Mittelpunkt. Anhand eines eigens angelegten Beetes kann die Entwicklung des Getreides vom Wildgras über mehrere Etappen zu den heutigen Hochertragssorten verfolgt werden. Ein Ausblick auf 2022 erlaubt den Hinweis, dass in der kommenden Saison der Weizen Thema der Evolutionsreihe sein wird. Mit der Bewerbung für das Qualitätssiegel „Umweltbildung Bayern“ und der Gewinnung der neuen Mitarbeiterin Kim Kropfelder als Gartenfachfrau will sich das Museum in den kommenden Jahren weiter in Hinblick auf Nachhaltigkeit und Umweltverantwortung qualifizieren.

So bestätigen mehr als 8000 analoge und digitale Besucher im Jahr 2021, dass der ehemalige Bauernhof mit seinem vom frühen 19. Jahrhundert geprägten Erscheinungsbild aufgrund seines vielfältigen Angebotes nach wie vor ein attraktives Ziel ist. 

Anfang Oktober durfte das Team des Museums den Bayrischen Rundfunk auf seiner diesjährigen Wandertour unter dem Motto „Land und Adel“ willkommen heißen. Dabei bekamen die Wanderer die Gelegenheit, sich mit dem wenige Tage zuvor von Landrat Johann Kalb in der Museumsscheune angezapften Landkreisbier „Kreisla“ zu stärken. 

Zahlreiche weitere Projekte wurden im vergangenen Jahr durchgeführt, wie eine kurzfristige anberaumte Ausstellung zu Mariä Himmelfahrt oder eine Neukonzeption der Museumspädagogik in der Ausstellung und konzentrierten sich aber auch auf digitale Angebote. Der neue Gartenblog, benannt nach unserem Lieblingssalat „Teufelsohr“, wurde in den Medien angekündigt und fand viel positives Feedback.

In der Museumspädagogik öffnete sich das Bauernmuseum dem virtuellen Erleben mit der Entwicklung eines Padlets zum Thema Kartoffel unter dem Titel „Tolle Knolle“. Wir sind dsmit im neuen Jahr auf der Plattform des Museumspädagogischen Zentrums zu finden und natürlich auch zu buchen.  Als attraktiver außerschulischer Lernort konnte man sich mit den neuen Aktionen „Vom Dreck und dreckig werden“ und den „Störchen auf dem Museumsdach“ weiterentwickeln. Knapp 950 an den Aktionen teilnehmende Kinder und lange Wartelisten für die Ferienabenteuer sind ein eindeutiger Beweis für die große Beliebtheit des Museums als Bildungsort.

Mit vorübergehender Entspannung der Pandemielage konnten auch wieder Kurse in der Erwachsenbildung stattfinden, die sich unter anderem mit textilen Techniken oder dem Zeichnen beschäftigten.

Die Sammlung des Hauses wurde durch die großzügige Schenkung eines beachtlichen Konvolutes gestickter Textilien erweitert. Der bemerkenswerte Neuzugang brachte Museumsleiterin Dr. Birgit Jauernig auf den Gedanken, dem Thema Stickerei zwei eigene Sonderausstellungen im kommenden Jahr zu widmen. Eine dritte Ausstellung unter dem Titel „Mit der Herde unterwegs“ zeigt fotografische Impressionen von einem Wanderschäfer und seinen Tieren. Der Verein „Form und Farbe“, der seit Jahren Malkurse im Bauernmuseum veranstaltet, möchte im Sommer 2022 das Thema „Recycling“ als vierte Sonderausstellung in einer Scheune des Bauernmuseums präsentieren.

Begonnen wurde 2021 außerdem mit den Vorbereitungen für den Depotumzugs und für die Sanierung des Austragshauses.