Das Bauernmuseum Bamberger Land

Treffpunkt für Volkskultur und Heimatpflege

Sonderausstellungen 2022

  


„Nur zur Zierde? Über die Bedeutung und Geschichte des Stickens“.

8. April bis 1. November

„Nur zur Zierde? Sticken in unserer Zeit: Tradition – Kunst – Leidenschaft“.

8. April bis 24. Juli

Zwei Ausstellungen des Bauernmuseums Bamberger Land und der Trachtenberatung des Bezirks Oberfranken

Nur zur Zierde? Oder steckt doch mehr dahinter?

Sticken ist eine der ältesten Dekortechniken und wurde auf der ganzen Welt ausgeübt, um Dingen eine besondere Bedeutung zu verleihen. Stickereien begleiteten die Menschen früher an allen wichtigen Stationen des Lebens in Gestalt von Taufdecken, Patenhemden, Kirchweihschürzen, Liebesgaben und Hochzeitsbändern. Gestickte Kleidung war über Jahrhunderte ein Prestigeobjekt, geschaffen von spezialisierten Arbeitskräften, über den Handel in ganz Europa verbreitet.

Erst als im 19. Jahrhundert die Industrie massenhaft gedruckte Mustervorlagen anbot, erhielt das Sticken den Ruf einer stupiden Handarbeit. Und wie sieht es heute aus?  In der Kunst und vor allem von jungen Leuten wurde das Sticken und seine unendlichen Möglichkeiten zur Kreativität neu entdeckt. Acht Frauen zeigen in der Ausstellung ihre persönliche Beziehung zur Stickerei, etwa als Restauratorin, Künstlerin oder als Inhaberin einer Firma. Gezeigt werden auch aktuelle Arbeiten von Schülerinnen des Eichendorff-Gymnasiums Bamberg.

Die beiden Ausstellungen präsentieren ausgewählte Stickereien aus fränkischen Museen und Sammlungen vom 18. Jahrhundert bis heute: gestickte Sprüche um 1900,  Patches, Kleidung des Rokokos und der 1920er Jahre, Trachten, Stickmustertücher und festliche Haustextilien aus Franken, Hessen und der Türkei und vieles mehr.

Nur zur Zierde?
Sticken in unserer Zeit: Tradition – Kunst – Leidenschaft 

Eine Ausstellung des Bauernmuseums Bamberger Land und der Trachtenberatung des Bezirks Oberfranken

01. April bis 24. Juli

Stickerei begegnet uns heute in Kunst und Mode, als kreatives Hobby, als Emblem und als traditioneller Dekor unserer Trachten.
Acht Frauen stehen in dieser Ausstellung für ganz unterschiedliche Formen und Funktionen des Stickens.

„Vom Wertstoff zur Wertschätzung“, Recyclingkunst

Präsentiert vom Verein Form + Farbe e.V; Kunstschaffende in Franken

13. Mai bis 01. November

Malereien, Grafiken und weitere Objekte setzen in kreativer Weise Materialien in Szene, die für uns eigentlich Abfallprodukte sind.
Dem Betrachter wird durch die Beschäftigung mit den Kunstwerken gezeigt, dass Abfallprodukte aber auch Wertstoffe sind, die neuen Funktionen und Verwendungszwecken zugeführt werden können.

Der Herde folgen.
Mit dem Schäfer unterwegs.

Fotografien von Cordula Kelle-Dingel

 04. August bis 01. November

Die Sonderausstellung präsentiert 240 Fotografien von Cordula Kelle Dingel. Über einen Zeitraum von vier Jahren begleitete sie einen Thüringer Schäfer und dessen Herde. Ohne eine konkrete Vorerwartung ließ sie sich von den wechselnden Eindrücken und Stimmungen leiten, so daß faszinierend authentische Fotografien entstanden. Mitnichten romantisieren ihre Bilder die Welt rund um die Herde, sondern spiegeln die ungestellte Realität des Schäferdaseins mit unzähligen Stunden harter Arbeit: Bei Wind und Wetter, an Weihnachten, Sonn- und Feiertagen. Die Schafe brauchen ihren Schäfer. Immer.

Cordula Kelle-Dingel bewegte die Frage, was Menschen motiviert, diesen besonderen Beruf trotz seiner Unbequemlichkeiten auszuüben. So erfuhr sie die Unberechenbarkeit von Natur und Arbeitsalltag. Aus einem einzelnen Besuch beim Schäfer wurde ein langer Zeitraum, in dem die Fotografin die unterschiedlichen Facetten des Alltags rund um die Tiere mit ihrer Kamera einfing.

Während ihrer zahlreichen Besuche erfuhr sie die besondere Beziehung zwischen Mensch und Tier. Denn immer wieder ergab sich die Gelegenheit, die passive Begleiterrolle zu verlassen und bei der ein oder anderen Aufgabe zur Hand zu gehen. So konnte sie die Arbeit hautnah erleben und enge Bindungen zu den Tieren aufbauen.

Die Zeit bei den Schafen prägte die Fotografin. Ihren Bildern halten ganz besondere Momente fest. Sie laden zum Reflektieren des traditionellen Handwerkes des Schäfers und dessen landschaftsprägendes Schaffen ein. So wie sie selbst oftmals viele Stunden bei der Herde verharrte, um die Tiere zu beobachten, so entschleunigend wirken ihre Bilder auf den Betrachter.